Review of Anna Karenina in B1 German

I recently finished my B1 German course, as part of which I wrote the below book description-cum-review of one of my favourite books ever, Anna Karenina by Leo Tolstoy. Grammatic corrections are welcome!

Der Roman Anna Karenina von Lew Tolstoi wird manchmal als eines der grössten literarischen Werke angesehen, die geschrieben wurden. Er wurde erstmals 1878 in Buchform veröffentlicht. Der Roman besteht aus 8 Teilen und 239 Kapiteln und ist etwa 1000 Seiten lang. Der Roman erzählt über verschiedene Themen: Ehe, Moral, Familie, individuelle und gesellschaftliche Freiheit, Politik, Glaube und Religion, Verrat, Ungläubigkeit. Die Geschichte spielt im Russland der 1800er Jahre und dreht sich um die aussereheliche Affäre der Protagonistin, Anna. Anna ist mit Count Karenin verheiratet und hat einen Sohn. Als sie dem Grafen Wronskij begegnet, beginnt langsam eine turbulente und skandalöse Liebesaffäre.Parallel dazu gibt es auch die Geschichte der Beziehung zwischen Kitty und Kostja.

Thema: Politik und Gesellschaft

Das Buch spricht über Politik der Geschlechter, der Familie, der Gemeinschaft, und der Klasse. Ein roter Faden zieht sich durch das Buch: das russische Feudalsystem. Die Geschichte spielt in der Zeit der liberalen Reformen der Regierung von Kaiser Alexander, als die Leibeigenschaft gerade abgeschafft worden ist. Russland erlebt einen schnellen Aufschwung der Industrie, den Bau von Eisenbahnen, die Einführung lokaler Regierungen, Militärreformen und mehr Meinungsfreiheit. Es gibt politische Spannungen zwischen der konservativ, traditionellen patriarchalischen Aristokratie und ihrem alten Zollwesen und der modernen freidenkenden Mittelschicht und ihren neuen Ideen. Eine starke Trennung zwischen dem Leben in der Stadt und auf dem Land ist auch deutlich.

Die meisten Buchfiguren sind reiche Aristokraten. Im Laufe des Buches liest man politische Debatten zwischen den Figuren. An vielen Stellen der Geschichte zeigt der Autor den Anspruch, den Hedonismus, die Eitelkeit, den Klatsch und die Arglist in ihrer Gesellschaft. (entitlement, hedonism, vanity, gossip, artifice). In dem Buch werden Debatten über Frauenrechte und Feminismus, Agrarreformen, die Gleichberechtigung der Bauern und die Familie diskutiert. Das Buch spricht auch über Sorgerecht für Kinder, soziale Ächtung, den gesellschaftlichen und rechtlichen Umgang mit ausserehelichen Affären. Das Buch zeigt auch die Heuchelei und Doppelmoral von Menschen und von der Gesellschaft. Leute, die über die Rechte der Bauern sprechen, behandeln ihre Bauern schlecht. Andere Leute, die über Feminismus sprechen, leben ein patriarchalisches Leben und behandeln Frauen schlecht und klatschen über sie. Einige Leute, die über Glaube und Religion sprechen, tun nichts Gutes für andere Menschen, und belügen und betrügen andere.

Thema: menschliche Emotionen und die menschliche Verfassung

Was ich sehr viel über dieses Buch gemocht habe, ist, dass alle Charaktere realistisch und glaubwürdig sind. Obwohl sie in einer anderen Zeit, in einem anderen Land und einer anderen Gesellschaft leben, sieht man deutlich ihre Meinungen und Wünsche, sympathisiert an ihren Emotionen, und hat für ihre Situation Mitgefühl. Diese Anerkennung gehört dem Autor für seine schöne Darstellung von der menschlichen Verfassung und der veränderlichen und empfindlichen Natur von Emotionen und Beziehungen. In dem Buch ist es sehr klar, dass kein Charakter perfekt ist. Es gibt keine ideale Heldin oder Held und keine klare Morallektion. Alle Figuren sind grau, und der Leser sieht ihre Kämpfe, um Glück, Frieden und ein sinnvolles Leben zu finden. Man folgt der Lebensreise von den Charakteren, und sieht, wie etwa Charaktere zuletzt Erlösung und Befriedigung finden, und andere schaffen ihre eigene Zerstörung.

Charaktereigenschaften

Anna Karenina

Anna ist eine schöne, sanft, elegante und charmante Frau, die in einer freudlosen Ehe mit Karenin lebt. Sie ist intelligent, gebildet, zuvorkommend und würdig. Sie denkt und fühlt sich sehr tief. Sein Charakter ist die widersprüchlichste und komplexeste von allen. Sie hat einen leidenschaftlichen Geist und eine Entschlossenheit, ihr Leben nach ihren eigenen Arten zu gestalten. Anna folgt seinem Herzen und stellt die Liebe über alles andere. Sie kümmert sich nicht um religiöse oder gesellschaftliche Normen und Pflichten.

Da sie aus ihren inneren Gefühlen heraus handelt, ist sie die natürlichste Figur des Romans. Sie ist untreu und verlässt ihre Ehe und ihren Sohn für eine aussereheliche Affäre. Sie ist widersprüchlich und mangelhaft, aber fast jeder Leser kann mit ihren Gefühlen und Menschlichkeit sympathisieren. Weil man in ihre inneren Gedanken und Gefühlen vertieft ist, ist es sehr schwierig, sie zu hassen oder gar nicht zu mögen.

Obwohl sie allein und hilflos fühlt, ist sie immer noch mutig. Sie weigert sich, von der Gesellschaft verbannt zu werden, sie geht weiter aus und stellt sich den Menschen. Ihre unendliche Suche nach Liebe und Leidenschaft führt letztlich zu ihrer Zerstörung. In den späteren Teilen des Romans sieht man den langsamen Untergang von Anna. Sie wird gemein, neidisch, obsessiv, unsicher und hasserfüllt. Ihre Geschichte hat ein tragisches Ende.

“Anna Arkadyevna read and understood, but it was unpleasant for her to read, that is, to follow the reflection of other people’s lives. She wanted too much to live herself.”

Alexej Karenin

In dem Buch sieht Karenin ein stiller, kultivierter, höflicher und rationaler Mann aus. Er ist auch kalt, starr, strenger, gefühllos, humorlos, leidenschaftslos und manchmal unsympathisch. Sein ganzes Leben besteht aus Pflichten und lässt keinen Raum für Gefühle und menschliche Verbindungen. Es fehlt an emotionaler Bindung, auch für seine Frau und seinen Sohn. Diese Charaktereigenschaften führt Anna, um Karenin zu verlassen.

Karenin lebt nach starren Regeln und Verleugnung. Deshalb sieht er sehr spät, dass Anna und Wronskij ineinander verliebt sind. Als Anna ihm dies erzählt, hat er keine emotionale Reaktion, sondern denkt nur an die soziale Schande. In den späteren Teilen des Romans sieht man jedoch, wie sich Karenin langsam verändert. Man kann in einigen Momenten seine Mitleid und seine Menschlichkeit sehen. Er wird väterlicher, nicht nur gegenüber seinem eigenen Sohn, sondern auch gegenüber der Tochter von Anna und Wronskij.

Karenins bester Moment in diesem Roman ist, als er Wronski verzeiht und ein unglaubliche Großzügigkeit zeigt. In diesem Moment fühlt er emotionale Befreiung und wird menschlich. Obwohl er nie religiös war, verkörpert er an dieser Stelle die wichtige Qualität der Verzeihung.

Graf Alexej Wronskij

Wronskij ist ein gut aussehend, wohlhabend, charmant, leichtlebiger und flammender Mann. Er ist freundlich und zuvorkommend, aber auch kokett, ein Frauenheld, und manchmal unsachgemäss. Er reitet sich auf seine Vitalität und genießt die Bequemlichkeiten der Gesellschaft. An mehreren Stellen des Romans kommt er egoistisch, unaufrichtig, eingebildet und arrogant vor.

Wie Anna, ist er passioniert, impulsiv, rebellisch und opferwillig für die Liebe. Trotzdem gibt es einen grossen Unterschied zwischen die beiden: im Gegensatz zu Anna hängt Wronski an etwas nicht so sehr, dass es ihn verzehrt und zerstört. Er geht gegen gesellschaftliche Normen vor, aber verliert oder gibt seine Stellung in der Gesellschaft nicht auf. Er weiss, dass die Liebe nicht genügt, um ein gutes Leben zu haben.

In die meisten Teilen von dem Buch hat Wronskij keinen Wunsch, sich zu binden. Er tut sehr viel für Annas Glück, aber leider konnte er kein guter Ehemann werden. Er ist kein Familienmensch, und zeigt gegenüber seiner Tochter Annie fast nie väterliche Tendenzen. Manche Leser haben den Eindruck, dass Wronskijs Liebe zu Anna in den späteren Kapiteln des Romans schwächer wird.

Tolstoi gibt dem Leser nicht viel Einblick in die Psyche von Wronskij: Wir wissen zum Beispiel nicht, warum er Kitty verlassen hat, und wir wissen nicht genau, wie er über seine Beziehung zu Anna denkt. Die Unvollkommenheit von Wronskij sorgt für Annas grösste Frustration, die sich eine totale Flucht in eine Liebesbeziehung gewünscht hatte.

“Don’t you know that you are my whole life? But I know no peace and cannot give you any. All of myself, my love…yes. I cannot think of you and myself separately. You and I are one for me. And I do not see the possibility of peace ahead either for me or for you. I see the possibility of despair, of unhappiness… or I see the possibility of happiness, such happiness!…Isn’t it possible?” he added with his lips only; but she heard him.

Konstantin Ljewin (genannt Kostja)

Kostja kann sich als Co-Protagonist des Romans beschreiben. Wie Anna lebt Kostja auch jeden Moment mit grosser Intensität. Die beiden Figuren suchen Selbstdefinition im Laufe des Romans.

Kostja ist ein bescheiden, höflich, aufrichtig, grosszügig, treu und denkender Mann. Er ist gewissenhafter und intelligent, aber hat auch Selbstzweifel, Sorgen und soziale Unbeholfenheit. Er wollte den Bauern helfen, ein guter Bürger seines Landes und ein guter Mensch zu sein. Im Laufe des Romans kämpft er mit seinem Glauben und seiner Skepsis. Er kämpft darum, ein Gefühl der Zugehörigkeit unter verschiedenen Denkweisen zu finden. Er denkt sehr über die Sinn und Zweck des Lebens, Lieben und Ehe.

Er ist ein unabhängiger Mensch. Trotz seiner Zweifel folgt er seiner eigenen Meinung, auch wenn sie unklar oder unbeliebt ist. Er empfindet seine Emotionen zutiefst und ist oft unglücklich mit ihnen, wenn sie nicht den Erwartungen entsprechen, z. B. sein anfängliches Entsetzen über die Kleinheit und Hilflosigkeit seines Neugeborenen, seine Skepsis gegenüber dem Glauben.

Er ist ein einfacher Mensch und findet sein Glück in elementaren menschlichen Erfahrungen.

Er ist nicht perfekt, aber er entwickelt sich im Laufe des Romans sehr gut. Am Ende findet er Erlösung und wahre Befriedigung und Glück in seinem Familienleben.

Jekaterina Schtscherbazkaja (genannt Kitty)

Kitty ist die zweitwichtigste weibliche Figur des Romans. Sie ist eine sanfte, zarte, gutmütige, höfliche und hübsche junge Dame. Allerdings fehlt ihr die Tiefe, die Würde und der Charme von Anna.

In den ersten Teilen des Romans scheint Kitty frivol, oberflächlich, nervös und vernarrt. Sie scheint auch ein wenig überbehütet und schockiert über die harte Realität des Lebens. Anfangs ist sie wahnsinnig verliebt in Wronskij und gefühlsmäßig schwach. Nachdem Wronski sie wegen Anna zurückgewiesen hat, verfällt sie in eine Depression und wird sie sehr krank. Sie wird in einen emotionalen Tumult gebracht, der sie langsam zum Nachdenken über Religion, gute Taten und ein gutes Leben zwingt.

Sie zeigt später im Verlauf der Geschichte eine Menge Entwicklung, sowohl in ihren Gedanken als auch in ihren Gefühlen. Sie erkennt, dass sie sich selbst treu bleiben muss. Sie heiratet Kostja und wird eine liebevolle Ehefrau und Mutter. Trotz ihrer Gleichgültigkeit gegenüber intellektuellen Dingen später zeigt Kitty grossen Reife, Mut und Mitgefühl.

Obwohl Kitty ihr Erwachsenenleben mit einer Tragödie beginnt, kann sie ihre eigene Schwäche überwinden und sich ein gutes Leben aufbauen. Ihr Schicksal steht im Gegensatz zu Anna, die eigensinnig ist, sich aber selbst ins Verderben führt.